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Markt Hengersberg

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94491 Hengersberg

 

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E-Mail: markt@hengersberg.de

Internet: www.hengersberg.de

 

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Schwarzach - Ortsteil von Hengersberg

Eine uralte Pfarrei an der "Schwarzen Ohe"

Vor 850 Jahren Gotteshaus erstmals erwähnt

 

Von Franz Fischer


Schwarzach

Das ehemalige Pfarrdorf Schwarzach ist wesentlich älter als der Markt Hengersberg und auch als das Kloster Niederaltaich. Es zählt zu den ältesten Ortschaften im Landkreis und hieß früher Unterschwarzach. Es ist die Urpfarrei des Klosters Niederaltaich. Ein Gotteshaus ist aber erst 1148 erstmals erwähnt.

 

Der Ort wurde längstens gegen Ende des 7. Jahrhunderts gegründet. Im Jahre 1907 fand man nämlich im Garten des ehemaligen Amtshofes (heute Nothaft) ein Reihengräberfeld aus der Bajuwarenzeit. Bei der Errichtung des Klosters Niederaltaich schenkte Herzog Odilo den Gutsbezirk Schwarzach mit 19 Huben (Höfen) zu dessen Gründungsausstattung. Eine Kirche oder Kapelle ist aber nicht erwähnt. Erst relativ spät wird in einem Schutzbrief, den Papst Eugen III. vor 850 Jahren ausstellte (Urkunde vom 30. März 1148), die Kirche in Schwarzach erwähnt.

Schwarzach

Zum Sprengel der Urpfarrei Schwarzach gehörten sogar auf der gegenüberliegenden Donauseite die Kirchen Aicha, Thundorf und später auch noch Niedermünchsdorf. Im Jahre 1261 trennte Bischof Otto (Passau) diese Filialkirchen von Schwarzach ab. 1304 wurde die Pfarrei dem Kloster Niederaltaich inkorporiert (rechtlich einverleibt). Erst die Säkularisation im Jahre 1803 beendete zwangsweise die Verbindung mit Niederalteich.

 

Das Gotteshaus ist den Apostelfürsten Petrus und Paulus, sowie dem hl. Bartholomäus geweiht. Die Schwarzacher könnten somit gleich zweimal im Jahr das Kirchenpatrozinium feiern. Abt Kilian Weybeck (1503 - 1534) ließ die Kirche erbauen. Der spätgotische Bau ist aus Bruchsteinen gemauert und dürfte 1532 vollendet sein (Datierung am spitzbogigen Portal). Die unteren Geschosse des Turmes sind mittelalterlich, der obere Teil mit dem Zeltdach stammt aus dem vergangenen Jahrhundert.

 

Erster namentlich bekannter Pfarrer war Chunrad (1242). Aus der gotischen Ausstattung stammen noch das ca. 4,50 m hohe Sakramentshäuschen aus Kalkstein (vorne links), der Taufstein, der Auferstehungsheiland und die Holzskulptur des hl. Petrus. An der Nordseite des Langhauses befindet sich ein Kalksteinrelief "Christus mit den Jüngern am Ölberg" (von 1538). 1884 - 1886 erhielt das Gotteshaus durch die Gebrüder Seywald eine neugotische Ausstattung.

 

Bei der Innenrenovierung in den Jahren 1970/71 wurde fast die ganze neugotische Ausstattung entfernt. Nur die beiden Figuren des hl. Gotthard und des hl. Maximilian blieben erhalten. Das herrliche Deckengemälde, das Martyrium des Apostelfürsten darstellend, wurde einfach übertüncht.

 

Der Chorraum der jetzigen Kirche wird beherrscht vom 1972 geschaffenen Kreuz des Bildhauers L. Hafner. Am 3. Juni 1972 weihte Bischof Antonius von Passau den neuen Altar.

 

Die Schwarzacher erbrachten schon sehr früh das Opfer einer "kirchlichen Gebietsreform". Dekan Deiber verlegte mit Wirkung vom 20. Januar 1956 den Pfarrsitz in den Markt Hengersberg.